Freitag, 18. Mai 2018

Dem Herzen folgen

„Es hat noch nie jemand etwas verändert, indem er so war wie andere.“

Das Zitat aus „The Greatest Showman“ hat mich schon im Trailer total berührt. Denn ich war immer irgendwie anders, und andere haben mich das oft spüren lassen. Oder mir direkt gesagt, dass ich „nicht alle unterm Pony hätte“, wie meine Freundin letztens liebevoll zu mir sagte. *lach* Aber ohne dieses Anderssein hätte ich niemals begonnen, Bücher zu schreiben. Und mittlerweile habe ich begriffen, dass es sehr wichtig ist, mich nicht verbiegen zu lassen, sondern einem inneren Gefühl zu folgen. 
Ich spiele oft meine Buchrollen, bevor ich eine Szene schreibe, um es wirklich nachempfinden zu können. Ich rette Regenwürmer aus Pfützen, pflege junge Mäuse gesund, füttere unsere Stadttauben bei uns auf dem Laubendach, kaufe für unsere Eichhörnchen eine Wassermelone und verhätschle meine Katzen. Ich rette erschöpfte Hummeln, fotografiere kleine Wildbienenpopos, rede mit Waldwespen und sehe in der Natur irgendwie mehr als andere. Ich bin chaotisch, verträumt, quassle mit mir selbst, versuche in jedem etwas Positives zu sehen, und … ich habe endlich gelernt all das an mir zu lieben. Dafür bin ich unendlich dankbar. 

Folgt also eurem Herzen, und seid ruhig ein bisschen anders. Es lohnt sich!





Montag, 29. Januar 2018

Netflix vs. Bücher

Ich möchte Bücher lesen. Wirklich! Fakt ist, ich schaffe es nur im Urlaub. Irgendwie macht mich das traurig. Früher war es mein liebstes Hobby. Oh, ich kaufe auch nach wie vor Bücher. Allerdings kuscheln sie miteinander und warten darauf, dass ich sie lese. Sie tun mir total leid. Da wohnen Außerirdische, Vampire und mystische Liebende in einer WG, sprich auf meinem Kindle, und ich weiß nicht mal, ob die sich mögen. Hinterher prügeln die sich! Manchmal nehme ich deshalb meinen Reader liebevoll in die Hände und flüstere: "Bald!" Dann lege ich ihn wieder an seinen Warteplatz.
Ihr fragt euch, wo ist das Problem? 
Das Problem ist ... ich schreibe selbst Bücher. Jeden Tag. Stundenlang. Und ich sag euch, die eigenen Protagonisten sind wesentlich penetranter als fremde. Natürlich lese ich dabei auch, also zumindest meinen Text. Aber wenn ich dann Feierabend habe, nun ja, mag ich nicht noch mehr lesen. Ich fröne dann anderen Interessen. Oh, ich verfolge da immer noch Geschichten! *mit-dem-Kopf-nick* Ich gucke nämlich ... äh ... Serien. Wir haben da jetzt einen seeehr großen Smart-TV und ... räusper ... Netflix. Manche von euch kennen das bestimmt. – Ihr kennt das ALLE? Echt?
Okay, ich bin nicht allein, das beruhigt mich jetzt irgendwie.
Das bringt mich natürlich zu keiner Lösung. Denn ich hab es versucht. Zu lesen und zu schreiben. Aber wenn das Buch so spannend ist, das ihr an den Nägeln knabbert, legt ihr es dann weg, wenn ihr zu Hause seid? Nicht? Seht ihr, ich auch nicht. Blöd ist nur, wenn man zu Hause arbeitet. Also gucke ich abends Serien und träume von all den Büchern auf meinem Kindle, während ich tagsüber meine Geschichten eintippe. Ich sag euch, das ist ein Teufelskreis. Ich sehe mich schon von der Bücherpolizei verhaftet, weil die Wartezeiten der armen Figuren einfach nicht mehr tragbar sind. 
Was also tun? Ich befürchte, ich muss auf den nächsten Urlaub hoffen und die klagenden Stimmen aus dem Reader weiter verdrängen. Falls ich jedoch von der Bildfläche verschwinde, hat mich wohl doch die Bücherpolizei erwischt. Oder ich kann Netflix nicht mehr entkommen. 
Nie mehr. 
Nur noch im Urlaub. 
Seufz ...  

Montag, 25. Dezember 2017

Wahrer Weihnachtsfrieden

(kostenlose Kurzgeschichte)

Meine Urgroßmutter saß am Fenster und schaute hinaus in den fallenden Schnee. Sie träumte, ich sah es ihr an. Die Lichter, den Weihnachtsschmuck, die alte Krippe, all das sah sie in diesem Augenblick nicht, denn ihr Herz weilte in der Vergangenheit, wie so oft in den letzten Tagen. Ich kam nicht dahinter, welches Ereignis sie so beschäftigte, wagte aber auch nicht zu fragen. Denn ihre Mimik schwankte zwischen Wehmut und Traurigkeit.
Ich brachte meiner Urgroßmutter ihren Tee und setzte mich ihr gegenüber. Würde sie mir erzählen, was sie bekümmerte?
Ihr silberweißes Haar leuchtete im Schein des Adventskranzes, ihr Gesichtsausdruck wirkte entrückt. Doch sie schwieg, und ich konnte diese Ungewissheit nicht mehr aushalten.
„Oma, was bedrückt dich?“
Sie blinzelte, als erwache sie aus einem Wachtraum, und schaute mich an.
„Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen, über den Ersten Weltkrieg. Kennst du die Geschichte mit dem Weihnachtsfrieden an der Front?“
„Ich meine, da mal was gehört zu haben, weiß aber gerade nicht, was da passiert ist.“
„Es erinnerte mich an meine Jugend, und ich fragte mich, wie es wohl damals für diese Soldaten gewesen sein mochte.“
Ich wusste, dass sie in Kriegszeiten aufgewachsen und mit neunzehn Jahren aus dem früheren Pommern geflüchtet war.
„Erzähl mir davon, Oma. Du weißt doch, ich liebe besondere Weihnachtsgeschichten.“
Die Kerzenflammen ließen ihre braunen Augen aufleuchten wie Bernstein, als sie begann zu erzählen.
„Es war bitterkalt in dieser Heiligen Nacht. An den Wänden der Schützengräben hatte sich Eis gebildet, und die Soldaten zitterten in ihrer unzureichenden Winterkleidung. Keine Schüsse fielen, es blieb still. Nur der Wind fegte durch die Gräben und wehte Schneeflocken zu ihnen herein.
Die Männer verhielten sich ruhig, schauten sich heimlich die Fotos ihrer Geliebten an oder schrieben Briefe an ihre Familie. In ihren Augen stand das Sehnen nach der Heimat. Stattdessen saßen sie hier in Flandern an der Westfront und mussten sich den Briten stellen, die teilweise kaum 50 Meter von ihnen in ihren eigenen Verstecken hockten.“
Meine Urgroßmutter hielt inne, als überlege sie kurz, dann lächelte sie versonnen.
„Einer der Soldaten wickelte ein Päckchen seiner Familie aus. Nennen wir ihn … Curt.“

Mittwoch, 7. Juni 2017

Mittsommer in Schweden

Als ich damals das erste Mal nach Schweden kam, glaubte ich zu träumen. Es war kurz vor Mittsommer, ich war in Skandinavien … und es waren Temperaturen wie im Hochsommer auf Mallorca. Wir saßen morgens um neun draußen beim Frühstück auf der Terrasse, unterm Sonnenschirm und in Bikini bzw. Badehose wohlgemerkt, weil es so heiß war. Hier muss ich anmerken, dass uns um 4 Uhr morgens bereits strahlender Sonnenschein weckte und der Feuerball abends gar nicht so richtig verschwinden wollte. Ihr erinnert euch? Skandinavien-Mittsommer, eine ziemlich coole Mischung. Als ich mich daran erst einmal gewöhnt hatte, war es wunderbar. Ich muss kurz erwähnen, dass ich zu viel Sonne eigentlich meide. Aber die Schwedensonne vertrug ich sehr gut, das erleichterte mich. 

Mittwoch, 29. März 2017

Im Mai geht es weiter

Ihr merkt, hier ruht es noch immer ein bisschen. Das liegt daran, dass ich sozusagen in Schreibklausur gegangen bin, denn ein Buch möchte gerne fertig geschrieben werden. (Von der Deadline rede ich jetzt mal gar nicht. *schluck*) Hier geht es im Mai weiter mit kleinen Erlebnissen und Gedanken aus meinem Leben, denn ich möchte diesen Blog nun hauptsächlich für kleine Kolumnen nutzen. 




Freitag, 20. Mai 2016

Das Gefühl zu Hause zu sein

Das erste Mal kam mir die Idee zu der Geschichte, als ich am Strand von Hvide Sande saß und auf die aufgewühlte Nordsee schaute. Die Möwen kreisten über den vorderen Wellen und vom Hafen aus fuhr der erste Krabbenkutter raus. Der Hund meiner Schwester tollte mit meiner Tochter in den Dünen herum und mich umkreisten ein paar zwanglose Ideen.
Ich genoss diese wunderschöne Gegend.
Meine Buchfiguren tauchen oft sehr unvermittelt in meinen Gedanken auf. Robin kam
hingegen langsam, aber sehr zielsicher zu mir.

So beginnt meine kleine Kolumne bei Knaur feelings, denn heute ist meine Romance "Am weißen Strand" veröffentlicht worden. Wollt ihr gerne weiterlesen und ein bisschen Nordseeluft schnuppern? Dann klickt einfach hier auf den Link → DAS GEFÜHL VON ZU HAUSE – AM WEIßEN STRAND



Samstag, 9. April 2016

Die besondere Hoffnung

Die Nachmittagssonne warf vereinzelte Strahlen goldenen Lichts auf den kleinen Fluss. Der Schimmer tanzte auf der Wasseroberfläche und ich beobachtete das Naturschauspiel. Der Duft von Getreide lag in der Luft, ließ mich an das frische Brot denken, das daraus gebacken wurde. Ich ließ mich von dem Rauschen des Mühlrads einlullen, wollte vergessen, warum ich mich hier wie ein scheues Tier verbarg. Als ich Stimmen hörte, presste ich mich an die Hauswand. Mein Herz klopfte viel zu rasch und ich schloss kurz die Augen, um mich zu beruhigen. Ich wusste, dass er auf der Suche nach mir war, aber heute würde ich ihm nicht geben, wonach er verlangte. Ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden, obwohl ich Hunger hatte.
„Vor wem versteckst du dich?“
Erschrocken fuhr ich zusammen, prallte gegen die Mauer. Mein Cousin Brian stand mit einem Mehlsack vor mir und beäugte mich kritisch. Er musste an meinem gehetzten Ausdruck erkannt haben, was mich bewegte, denn er runzelte die Stirn, nickte, und brachte den schweren Sack in eine bessere Position auf seiner Schulter. „Ich hab dich nicht gesehen, Jake. Aber verscherz es dir nicht mit ihm.“
Diese Andeutung hätte er sich sparen können. Brian hatte keine Ahnung, was es bedeutete, dies zu tun. „Vielleicht schicke ich George mal zu dir, falls er sich vernachlässigt fühlt.“
Brian lachte spöttisch. „Er steht auf Jungs, nicht auf echte Männer.“
Damit verließ er mich und ging zurück in die Mühle. Ich blieb sprachlos zurück. 

So beginnt die kleine Promostory von "Nah bei mir", die von Jake erzählt wird. Wie hat er die erste Begegnung mit John erlebt? Schnuppert doch auf diese Weise mal in die Geschichte. Ihr könnt sie kostenlos als epub, mobi oder pdf downloaden. Klickt einfach auf diesen Link. → http://wordart.arunya-verlag.de/index.php/dbh



 

Sonntag, 14. Februar 2016

Textschnipsel

 Auf der Suche nach Kendric Silberéich... 

Nebel schwebte über den Wildgräsern, die am Pfad hinter dem Tor wuchsen. Eva umfasste eine Eisenstange der Pforte, rüttelte sachte daran. Die Kälte des Metalls drang unangenehm in ihre Haut. Als sie gegen das Tor drückte, gab es mit einem leisen Knarzen nach. Rasch schlüpfte sie hindurch. Eva lief den schmalen Weg entlang und kam durch einen verwilderten Garten. Eine Villa tauchte aus dem Morgendunst auf. Von der einstmals weißen Fassade blätterte die Farbe ab, Kletterranken wanden sich an der Hauswand hinauf. Sie näherte sich dem Gebäude. Ihre Finger strichen sachte über den Efeu. Der Tau auf den Blättern benetzte ihre Haut, ließ sie erschaudern. So lange suchte sie ihn nun schon. Dies musste einfach die Zuflucht sein, in der er sich verbarg ...

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