Mittwoch, 29. April 2015

Baumgedanken

In der dunklen Jahreszeit fühle ich mich manchmal wie ein ruheloser Wanderer, wenn ich in der Natur bin. Alles schläft und es ist, als raube mir gerade dieser Schlaf unheimlich Energie, als ob ich es den Bäumen und Blumen gleichtun sollte. Manchmal wird mir das bewusst, vor allem, wenn ich im Frühling durch die Straßen fahre und ich von einem grünen Blättermeer umgeben bin, durch das die Sonne ihre Strahlen schickt. Dann erwacht auch wieder etwas in mir. Ich genieße und brauche das Grün der Bäume. Leider mussten bei uns zurzeit sehr viele Bäume sterben. Es sind immer noch die Nachwirkungen dieses schrecklichen Pfingststurmes, aber es gibt hier auch Neuerungen, wo man es gutmeint mit der Natur. Vor mehr als hundert Jahren wurden hier im Ruhrgebiet, wegen der Seuchengefahr, die die Abwässer mit sich brachten, einige Bäche und Flüsse teilweise für die Abwässer kanalisiert oder direkt unterirdisch verlegt. Nun soll dies wieder renaturiert werden. Eigentlich ein wunderschöner Gedanke, der mir Mut macht. Aber hier wurden massenweise Bäume gefällt, ganze Waldbereiche hat man gerodet, dort sind nur die neuen ausgebaggerten Trassen zu sehen, in der bald der Springbach unserer Umgebung fließen soll.
Ich bin ehrlich, ich weiß noch nicht, ob ich mich freuen, oder über den Verlust der Bäume trauern soll. Zurzeit sieht es in unseren Wäldern wie nach einem Bombenanschlag aus. Und meine Rückzugsorte wurden vernichtet. Das tut weh. Dennoch versuche ich das Bild zu sehen, was die Stadt vor Augen hat. Die Rückkehr zur eigentlichen Natur. Ihr merkt, ich habe eine besondere Beziehung zu Bäumen. Schon als Kind hat es mich in den Wald gezogen, ich habe die Bäume umarmt, spürte das Leben darin. Vielleicht sind mir die Worte meines Romans Der silberne Flügel deshalb so leicht von der Hand geglitten. Auch dort spielt das Verhältnis zur Natur eine wichtige Rolle, war doch Keija, einer der Hauptcharaktere, anfangs ein Engel, der alles im Gleichgewicht hielt. Aber schreibtechnisch hatte ich dieses Thema schon bei meinen Sídhe aufgefasst, die gerade von meiner Agentur neu vorgestellt werden. Besonders bei Lórian spürte man die tiefe Verbindung zu den Bäumen.
Fühlt ihr euch auch der Natur verbunden? Liebt ihr es, in die Sterne zu schauen? Könnt ihr am besten mit einem Buch auf einer Wildblumenweise entspannen? Trifft es euch, wenn Bäume gefällt werden? Oder könnt ihr mit dem Thema nicht wirklich was anfangen? Eure Meinung interessiert mich. Vielleicht bin ich ja doch nicht so merkwürdig und ich finde einige Gleichgesinnte. Und wenn nicht, auch nicht schlimm, ich bin Autorin, ich darf ja merkwürdig sein. :-D

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