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Mittwoch, 1. April 2015

Stadtgespräche Gelsenkirchen


Ich weiß gar nicht mehr, wie es begann, aber ich traf mich mit Birgit Salutzki, und sie erzählte mir begeistert von ihrem Projekt für den Gmeiner Verlag. Dort sollten kleine Geschichten über Menschen aus Gelsenkirchen erzählt werden. Ich fand das sehr faszinierend, vor allem, als ich hörte, wen sie da alles interviewen möchte (unter anderem Gerald Asamoah / Schalke 04 oder den Bürgermeister von Gelsenkirchen). Mich haute es sprichwörtlich von den Socken, als Birgit mir dann offenbarte: „Tanja, dich will ich auch drin haben. Dich und Ruf der Geister."

Freitag, 20. Februar 2015

Buchhandlungen und geplatzte Träume

Früher, als Jugendliche, waren Buchhandlungen für mich ein wunderbarer Ort der Bücher. Es war für mich selbstverständlich, dort meine Geschichten zu kaufen. Internet gab es noch nicht, oder nur sporadisch und man fühlte sich auch mit diesen Buchläden verbunden. Als ich dann 2008 mein Debüt in einem Kleinverlag veröffentlichte, ein Fantasybuch, was in Irland spielt, dachte ich zuerst, ich käme automatisch in die Buchhandlungen hinein. Jaah, auch ich war mal blauäugig. Man war neu in der Branche und musste sich sein Wissen eben erst aneignen. Ich dachte dann: Hey, ich bin so eine Leseratte, kenne so viele Buchläden, das sollte doch kein Problem sein, mein Buch dort vorzustellen. Gesagt getan. Auf die vehemente Ablehnung dort war ich nicht vorbereitet. Teilweise hatte ich telefonisch sogar einen Termin vereinbart, aber entweder war der Verantwortliche nicht vor Ort, das Buch wurde direkt abgelehnt, da es nicht ins Programm passe, oder ich wurde angeschaut wie ein Bettler, der um einen Euro bittet. Nach der fünften Buchhandlung gab ich es resigniert auf und fühlte mich wie der letzte Arsch (entschuldigt den Ausdruck). Ich war verwirrt, enttäuscht und ratlos. Jahrelang kaufte ich dort brav meine Bücher, man kannte mich, aber nun war ich plötzlich Autor und nicht mehr wichtig, da ich nicht in einem Publikumsverlag veröffentlicht habe. Mir wurde ein Gefühl vermittelt, als gehöre ich einer minderen Gesellschaftsschicht an. 
Eine Zeit lang mied ich also Buchhandlungen, las meinen Stapel ungelesener Bücher, fand Amazon für mich, und verzichtete auf weitere Besuche. Irgendwann trieb es mich trotzdem wieder in einige Buchläden, das mag so zwei, drei Jahre später gewesen sein.