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Donnerstag, 11. Juni 2015

Schattenhauch

Es begann alles mit einem ziemlich urigen Traum. Ich stand im Dunkeln in einem Zelt und beobachtete zwei Jugendliche. Wie ein Voyer fühlte ich mich! Aber sie nahmen mich zum Glück nicht wahr. Das Mädchen kroch zu dem Jungen ins Zelt und ich wusste, sie hat die Aufgabe und muss prüfen, ob er wirklich ein Junge ist ... Mehr verrate ich nicht, denn ihr solltet die Szene selber lesen. Diese Sequenz schrieb ich auf, ohne etwas von dem späteren Buch überhaupt zu wissen. Ich fand es nur witzig und wollte den Traum nicht verlieren. Interessant war dabei, dass ich wusste, die Welt ist verändert. Nichts ist, wie es zuvor war. Dieses Gefühl schwebte überall in diesen Traumbildern, obwohl ich nur das Zeltinnere und die beiden jungen Leute sah.


Zur gleichen Zeit wurde in Deutschland sehr stark über das → Fracking diskutiert und ich regte mich furchtbar darüber auf. Ich finde diese Tiefenbohrungen, wo man pure Chemie in den Boden pumpt, einfach nur schrecklich. Ich gebe zu, ich bekam es auch mit der Angst zu tun, denn mein kreatives Hirn sponn das immer weiter, bis zu einem Horrorszenario. Und immer mischte sich dieser Traum ein. Das verwirrte mich richtig. Bis mir klar wurde, dass es etwas bedeuten musste. Ich setzte mich also hin, dachte nach, recherchierte über das Fracking und forschte weiter.

Samstag, 11. April 2015

Wie ein Flüstern im Wind

Es begann vor Jahren, ich dachte nicht einmal daran, einmal zu schreiben. Ich war noch so unbedarft, so jung, ein Kind eben. Trotzdem spukten auch da schon Geschichten und Figuren um mich herum, wie Geister, die ich zwar spürte, aber noch nicht zu fassen bekam. Ich konnte auch noch kein vollständiges Bild weben, aber das war damals nicht wichtig, nur das Gefühl im Spiel zählte. Ich traf ihn in einem meiner einsamsten Momente, auf einer Treppe, im Flur meines Elternhauses. Ich weiß nicht mehr, warum ich einsam war, oder wie alt ich damals gewesen bin. Aber diese Szene leuchtet aus meinen Erinnerungen hervor, wie ein Stern in tiefster Dunkelheit. Vielleicht fühlte ich mich von allen unverstanden, mit meinen abenteuerlichen Geschichten, die meine Gedanken beherrschten. In mir klaffte zudem ein kleines Loch, das ich füllen wollte. Etwas fehlte mir, doch ich kam nicht darauf, was dieses fehlende Puzzleteil sein könnte.
Bis ich sein Flüstern hörte: "Ich bin hier ..."
Wahrscheinlich haltet ihr mich für verschroben oder verrückt, aber das ist nicht schlimm, das kenn ich schon. Und wisst ihr was? Ich liebe diese Verrücktheit, ich bin stolz darauf. Denn wie sollte ich eine Geschichte spinnen, wenn ich nicht zu dieser kleinen Verrücktheit Zugang hätte? Wie sollten sonst komplexe Personen oder ganze Welten entstehen?

Mittwoch, 1. April 2015

Stadtgespräche Gelsenkirchen


Ich weiß gar nicht mehr, wie es begann, aber ich traf mich mit Birgit Salutzki, und sie erzählte mir begeistert von ihrem Projekt für den Gmeiner Verlag. Dort sollten kleine Geschichten über Menschen aus Gelsenkirchen erzählt werden. Ich fand das sehr faszinierend, vor allem, als ich hörte, wen sie da alles interviewen möchte (unter anderem Gerald Asamoah / Schalke 04 oder den Bürgermeister von Gelsenkirchen). Mich haute es sprichwörtlich von den Socken, als Birgit mir dann offenbarte: „Tanja, dich will ich auch drin haben. Dich und Ruf der Geister."